Kinderhaus Stormarn - Kinderbetreuung in Stormarn
Kinderbetreuung in Stormarn, Hamburg, Lübeck

Automatisierung - was Kinder können sollten und was unsere Wahrnehmungen damit zu tun haben

Kinder sind individuell unterschiedlich und lassen sich in keine Schublade pressen. Dennoch gibt es Richtlinien, was Kinder wann können sollten. Diese Richtlinien sind wichtig, um eventuelle Entwicklungsverzögerungen/Entwicklungsstörungen erkennen zu können und einen individuellen Förderplan erstellen zu können.

Was sollten Kinder wann können - wichtige Automatisierungsprozesse






Um erfolgreich lesen und schreiben zu lernen und um sich in der Gruppe und in der Welt zurecht zu finden, sind besondere Fähigkeiten und Fertigkeiten notwendig, die bereits lange vor der Schulzeit erworben werden müssen.

Doch was sollten Kinder wann können?

Um lesen, schreiben und rechnen zu erlernen und sich in der Schule, im Unterricht und im Kontakt mit anderen Kindern zurecht zu finden, sind bestimmte Fähigkeiten und Fertigkeiten notwendig. Diese Fähigkeiten und Fertigkeiten bauen aufeinander auf - wie eine Treppe von unten nach oben - und müssen bereits lange vor dem Schuleintritt erworben sein.

Gelingt es nicht, bestimmte Fähigkeiten vor Schuleintritt zu erwerben, kann es in vielen Bereichen zu Schwierigkeiten kommen.

Kindergarten/Vorschule

- sich auf eine Sache konzentrieren können

- mind. 3 Anweisungen gleichzeitig verstehen und ausführen können

- Gefühle schon etwas kontrollieren können

- Perspektivenwechsel

- auch Dinge zu Ende bringen, auf die man keine Lust hat

- Farben kennen

- Formen unterscheiden können

- Größenverhältnisse kennen

- Mengenverhältnisse kennen

- rechts, links, oben, unten, hinter, vor, bei, in der Nähe von, neben..

- Reihenfolgen erkennen können und weiter führen können

- es sollte ein erster Kontakt mit Buchstaben und Zahlen erfolgen

- Reime erkennen und Reimworte bilden können

- Melodien nachsingen können

bis Ende der Grundschule

- Perspektivenwechsel

- Gefühle kontrollieren können

- Impulse steuern können

- Mimik und Gestik entschlüsseln können

- bei einer Sache bleiben können

- Aufmerksamkeit bündeln können

- Buchstaben ( ABC ohne nachzudenken oder nachzuzählen

- Zahlen ( ohne nachzudenken oder nachzuzählen)

- Mengen

- 1x1 ( ohne nachzudenken)

- +,-,x,/,>,<

- kleine Textaufgaben

- gelesenen Text verstehen und nacherzählen können

ab 5.Klasse

- Teilen

- Formeln

- Rechtschreibregeln

- Matheregeln

- alleine Hausaufgaben machen

- Lösungen finden

- gute Frustrationstoleranz

Dies sind nur einige Beispiele für Dinge, wann Kinder bestimmte Fertigkeiten erlernt haben sollten. Stellen sie fest, dass es bei mehreren der oben angeführten Fähigkeiten zu Problemen kommt, sollten sie sich vertrauensvoll an Kindergarten, Schule oder einen Lerntherapeuten wenden. Hier gilt es abzuklären, wie diese Fähigkeiten individuelle gefördert werden können.

  Und nun eine wichtige Frage

Was muss den vorhanden und optimal ausgebildet sein, damit all diese Anforderungen, Fähigkeiten, Fertigkeiten überhaupt bewerkstelligt werden können??

Die Wahrnehmungssysteme! Unsere Wahrnehmungen sind der Schlüssel zur Welt. Um all dies - siehe oben - und noch viel mehr, erfüllen und erlernen zu können, MÜSSEN die Wahrnehmungen trainiert und optimal ausgebildet sein. Kommt es in nur einem Bereich zu einer Beeinträchtigung, werden alle anderen Bereiche ebenfalls negativ beeinflusst.

Wahrnehmungssysteme

Nahsinne:

- taktile Wahrnehmung :

Sie ermöglicht eine genaue Vorstellung über Grenzen des eigenen Körpers. Oberflächenbeschaffenheit, Proportionen, Maße, geometrische Figuren, Materialien. Die taktile Wahrnehmung ist für die Entwicklung der Formwahrnehmung zuständig und unerlässlich. Ebenso kommt der taktilen Wahrnehmung eine große Bedeutung in der sozial - emotionalen Kompetenz zu Gute.

Störungen der taktilen Wahrnehmungen führen zu

- Vermeidung von Körperkontakt

- Vermeidung bestimmter Sinnesmaterialien wie Wasser, Knete...

- Übermäßiges "Jammern"

- mehr/weniger Schmerzempfindlich

- stimulieren sich oft selber


Die taktile Wahrnehmung ist eng mit der auditiven Wahrnehmung und der olfaktorischen Wahrnehmung verbunden. Daher kommt es oft zu einer starken Unruhe (Hyperaktivität), hohe Ablenkbarkeit, mangelnde Konzentration...


- kinästhetische Wahrnehmung:

Wissen über die Körperglieder zueinander, Schnelligkeit, Bewegung, Kraft, Handlungsabläufe planen - überschauen - organisieren, geplante Bewegungsabläufe, Bewegung anpassen, Lesen - Schreiben - lernen, Mundmotorik (Speichelfluss, Nuscheln), Raumwahrnehmung, Formen

Störungen der kinästhetischen Wahrnehmung führen zu

- Schwierigkeiten beim Erlernen von Bewegungsliedern

- Schwierigkeiten beim Roller fahren, Schwimmen

- Schwierigkeiten Schleife binden

- Auffälligkeiten in Grobmotorik, Feinmotorik, Mundmotorik

- Übermalen/Überschreiben von Linien

Sprachschwierigkeiten

- Stifthaltung

Laute können nicht unterschieden werden

- Formwahrnehmung

Störungen der kinästhetischen Wahrnehmung führen oft zur Hyperaktivität = Hypertonie oder Hypotonie ( niedriger Muskeltonus)

- vestibuläre Wahrnehmung:

Lage und Haltung des Körpers, Drehbewegung, Fortbewegung, Orientierung im Raum, Gleichgewicht allgemein

Störungen des Gleichgewichts ziehen oft Probleme in der gesamten Koordination nach sich, Augenmuskelkontrolle, auditive und visuelle Wahrnehmungsstörungen, Störungen der Sprache, Auge - Hand - Koordination

Störungen im vestibulären System führen zu

- Schwierigkeiten beim Balancieren, Rückwärtslaufen, Ein-Bein-Stand

- spätes Laufen

- Merken von Liedern, 1x1, Buchstaben

- Laute können nicht unterschieden werden

- Auge - Hand - Koordination

In diesem kleinen Ausschnitt wird deutlich, wie wichtig unsere Wahrnehmungssysteme sind und wie sehr sie doch alle zusammenarbeiten. Hier finden Sie weitere Infos zum Thema Wahrnehmung