Kinderhaus Stormarn - Kinderbetreuung in Stormarn
Kinderbetreuung in Stormarn, Hamburg, Lübeck

Aggressionen bei Kindern

Artikel, kindliche Aggressionen

Aggressionen bei Kindern sind normal und wichtig für die Entwicklung. Aggressionen ständig zu unterdrücken, macht sie u. U stärker und bahnt sich ihren Weg auf "unschöne Art und Weise". Aggressionen gehören zur Entwicklung des Kindes dazu und sind alterstypisch mehr oder weniger stark ausgeprägt.

Aggressionen sind wichtiger Bestandteil der Entwicklung und alterstypisch normal. Hierdurch lernen wir uns durchzusetzen, es stärkt unser Selbst, wir können uns verteidigen. Aggressionen sind auch Charakter abhängig und treten bei manchen Menschen stärker oder weniger auf.

Wird ein Kind als aggressiv bezeichnet, umfasst das meistens die ganze kindliche Persönlichkeit und nicht nur diesen einen Bereich - was zu einem gefährlichen Teufelskreis führen kann - das Kind lernt "Ich bin böse" und verinnerlicht dieses "böse sein". Die trotz der Aggression vorhandenen guten Eigenschaften des Kindes werden mehr und mehr übersehen.

Wie kann sich kindliche Aggression äußern

- Häufige Wut - und Trotzanfälle, die auch auf eine Entwicklungsphase oder eine verminderte FRUSTRATIONSTOLERANZ zurückzuführen sind. In der Trotzphase sind Wutanfälle normal - das Kind lernt Grenzen kennen und mit Frustration umzugehen (im Idealfall)

- Wut wird an Gegenständen ausgelassen

- Auch Verweigerung ist eine Form von Aggression!!! Das Kind ist dann "nur noch" stur, bockig, verweigert Anweisungen, ignoriert Regeln absichtlich

- Verbale Angriffe

- Angriffe auf andere Personen ( Eltern, Kinder, Lehrer, Erzieher).

- Selbstverletzungen (auch Nägel kauen)

Um herauszufinden, warum das Kind größere oder/und unbändige Aggressionen zeigt ist es wichtig, die Situation genau zu beobachten.

- WAS war vor der Aggression

- WAS könnte der Auslöser sein

- WIE hat das Kind GENAU reagiert

- WIE hat die Umwelt reagiert

Die Umweltreaktionen sind hierbei ebenso wichtig, wie die auslösende Situation. Die Umweltreaktionen verstärken die Aggressionen oftmals unbewusst und das lernt, dass es mit dieser Art und Weise zu seinem Ziel kommt.

Ursachen können sein

Es gibt nicht DIE eine Ursache!

- Biologische Ursachen: Schilddrüsenerkrankungen, Hirnerkrankungen, Entwicklungsverzögerungen, psychische Erkrankungen, Störungen des vegetativen Nervensystems und vieles mehr

- Gelernte Aggression: Lernen am Modell ( eine Bezugsperson war das "Vorbild") und die Verstärkung von aggressiven Verhalten, so dass es sich "verfestigt" hat als Garant, somit zum Ziel zum kommen (häufigste Ursache).

- chronisch frustrierte Kinder, die nie Zuwendung bekommen

- chronisch verwöhnte Kinder, die nie lernen durften, an Herausforderungen zu wachsen und das Selbst zu stärken. Hier kann sich die Aggression stark entfalten, wenn das Kind bei den Eltern auf keinen Halt und Widerstand stößt, wenn die Eltern es mit einer stoischen Ruhe und Geduld behandeln, die alles zulässt und das Kind keine Grenzen erfährt.

 

- starke Minderwertigkeiteskomplexe

- Überforderung

- Angst

- ungünstige Lebensumstände

 

Beispiel unbewusste Verstärkung

1. Ein lernschwacher Schüler bekommt eine Aufgabe. Sitzt zuerst ruhig vor der Aufgabe und der Lehrer reagiert nicht und sieht die Überforderung nicht. Der Schüler wird immer unruhiger - doch der Lehrer reagiert nicht. Erst als dem Schüler "die Hutschnur" platzt, er laut und bockig wird (aus Überforderung) reagiert der Lehrer und schimpft.

Der Schüler hat in einer ungünstigen Situation Aufmerksamkeit bekommen.

2. Eltern und Bezugspersonen finden es immer völlig süß, wenn das Kleinkind einen Tobsuchtsanfall bekommt und reagieren oft so : "mit einem Lächeln im Gesicht sagen Sie "Du Du Du, das macht man doch nicht"... Das Verhalten wird hier garantiert bestärkt und das Kind lernt zudem, dass die Erwachsenen nicht "echt" sind - nicht authentisch - denn Sprache, Mimik passen nicht zusammen.

Bei all den unterschiedlichen Ursachen, die eine "echte" Aggression auslösen können ist es unumgänglich, das Kind und die jeweiligen Situationen besonders gut zu beobachten und dies über einen gewissen Zeitraum hinweg.

"Wir sehen nur das Verhalten, aber was liegt darunter"

Kinder brauchen u. a

  • eine Bezugsperson, die sich bemüht, unparteiisch zu beobachten
  • ggf eine Fachkraft, die sich mit Aggressionen bei Kindern auskennt
  • - Verständnis
  • Akzeptanz, dass nicht das ganze Kind "böse" ist
  • klare Strukturen
  • klare Regeln
  • echte Eltern
  • Erzieher/Lehrer, die wissen, wie sich kindliche Aggressionen zeigen können

Werbung, da Buchempfehlung








Wir freuen uns auf Ihre Kommentare